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Konzeption zur Förderung humanistischer Bildung Drucken
Den nachstehenden Entwurf für eine Konzeption zur Förderung humanistischer Bildung können Sie bei Bedarf auch über den Vorstand des Bundes der Albertiner e.V. in gedruckter Form beziehen oder hier als PDF-Datei herunterladen: PDF Download (20 KB).

 

A. Ziele des Bundes der Albertiner

Der Bund der Albertiner pflegt die Tradition des 1999 geschlossenen König-Albert-Gymnasiums in Leipzig und strebt langfristig dessen Wiedererrichtung an.

Bis dahin möchte er die Erfahrungen und Fähigkeiten der ehemaligen Abiturienten der Jahrgänge 1930-1950 und zunehmend der jungen Albertiner der Abiturjahrgänge 1994-1999 zur allgemeinen Förderung humanistischer Bildung unter den gegenwärtigen Bedingungen in Leipzig einsetzen.

Wir treten für die Entwicklung und Förderung innovativer Gymnasien insbesondere zur Vorbereitung auf geisteswissenschaftliche Hochschulstudien und für ein hohes geistiges und kulturelles Niveau seiner Absolventen ein.

Zur Erreichung dieser Ziele wollen wir intensive Kontakte zu Leipziger Gymnasien pflegen und sie für die Heranbildung humanistisch gebildeter Persönlichkeiten motivieren.

Die "Stiftung König-Albert-Gymnasium Leipzig" soll diese Vorhaben ideell und finanziell unterstützen.

 

B. Der Sinn humanistischer Bildung

Humanistische Bildung soll dazu befähigen, geistige Zusammenhänge zu begreifen, guten Einfluß auf zwischenmenschliche und gesamtgesellschaftliche Beziehungen auszuüben und günstige Rahmenbedingungen für die Durchsetzung humanistischer Werte in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu schaffen. Sie soll Maßstäbe für eine aufgeschlossene, aber auch kritische Nutzung der Fortschritte von Wissenschaft, Technik und Gesellschaft setzen und die Entwicklung von Toleranz im gesellschaftlichen Umgang, Sensibilität für die Menschenwürde, sozial und ökologisch verantwortungsvolles Denken und Handeln sowie ein vertieftes Verständnis der Geschichte und Kultur fördern.

 

C. Schwerpunkte zur Vermittlung humanistischer Bildung

In unserer sich globalisierenden, vorwiegend von Wirtschaftsinteressen, Kommunikationstechniken und Naturwissenschaften geprägten Welt müssen die Inhalte humanistischer Bildung lebendig erhalten und weiter entwickelt werden. Das zusammenwachsende Europa muß sich seiner kulturellen Quellen bewußt bleiben. Die Grundlagen seiner Identität liegen in der griechischen und römischen Antike. Unsere heutige politische und gesellschaftliche Organisation hat wesentlich dort ihren Anfang. Sie ist ohne Polis und Res publica, ohne die schöpferischen Kräfte der römischen Kultur in Staat und Recht nicht denkbar. Gleiches Gewicht kommt unserer einst fundamental durch das Christentum geprägten Geschichte zu, in er sich das kulturelle Erbe der Antike verwandelt erhalten hat. Unter diesen Aspekten sind die heutigen Lehrstoffe humanistischer Bildung zu gliedern und zu gewichten.

Fachübergreifend ist auf allen Lehrgebieten besonders ein lebensnahes Geschichtsbewußtsein zu entwickeln. Das Verständnis für alle neuzeitlichen Entwicklungen und ihre humanistische Wertung ist zu fördern. Eine ethische und ästhetische Persönlichkeitsprägung ist anzustreben.

Philosophie, Religion und Ethik müssen Grundlage einer humanistischen Bildungskonzeption sein. Ausgangspunkt sind Erkenntnisse der griechischen Philosophen als Begründer der europäischen Kultur. Unter Bezug darauf sind auch Religion und Ethik zu behandeln. Dabei ist der christliche Humanismus zu erörtern, der Rahmenbedingungen für die Umsetzung christlicher Werte in der globalisierten Welt und für die Entwicklung der Wissenschaft, Wirtschaft und Technik setzt. We­sentliche Grundfragen ergeben sich aus der Entwicklung der Naturwissenschaften, z.B. der Evolutionstheorie und Biotechnologie, und der Informationstheorie. Andere Religionen sind im Geiste humanistischer Toleranz zu erläutern. Das kritische Urteil über kulturfremde Glaubenslehren und Subkulturen ist zu entwickeln.

Latein und möglichst auch Griechisch gehören zum unverzichtbaren humanistischen Grundwissen. Nicht grammatische Beherrschung der Sprache muß dabei im Vordergrund stehen, vielmehr die fundierte Kenntnis der Sprachkultur als dem geistigem Gerüst, das Basiswissen für die modernen romanischen Sprachen und das Englische, das Verständnis der natur- und geisteswissenschaftlichen Traditionen und Terminologien sowie das sichere Beherrschen von Fremdwörtern.

Die römische Kultur als Begründung und Basis der deutschen und europäischen Kulturgeschichte, ihre schöpferischen Kräfte in der Konstitution von Staat und Recht müssen mehr als früher bereits in der Schulzeit vermittelt werden. Förderlich ist die Nutzung neuzeitlicher Methoden des Sprachstudiums und fachbezogener Texte.

An deutscher und fremdsprachlicher Literatur soll die Entwicklung aller geistigen Strömungen, insbesondere des Humanismus veranschaulicht werden.

Geschichte soll die geistigen Strömungen und ihre Einflüsse auf die historischen Ereignisse von der Antike bis zur Gegenwart, die moralisch unter Aspekten des Humanismus zu werten sind, aber auch den Einfluß maßgebender Persönlichkeiten veranschaulichen. Der politische Humanismus, ausgehend von Jefferson und Montesquieu, die Einsicht in die Gesetzmäßigkeit historischer Entwicklungen und die Bewertung des marxistischen und postmarxistischen Materialismus gehören dazu.

Kunst und Musik können die musische Entwicklung der Menschheit und ihrer Empfindungen veranschaulichen und ihre Verwurzelung im geistigen und kulturellen Geschehen aufzeigen.

In Mathematik und Naturwissenschaften sind Schwerpunkte die allgemeinen Gesetzmäßigkeiten und Entwicklungsprozesse, z.B. die Evolutionstheorie und Molekularbiologie, sowie die Implikationen der Mathematik und der Naturwissenschaften zur Philosophie und Ethik.

Mit der Betonung solcher Schwerpunkte unterscheiden wir uns von der Bildung nach Aspekten vorrangiger ökonomischer Effizienz, die bei den naturwissenschaftlich orientierten Gymnasien im Vordergrund steht.

Neben dem notwendigen fundierten Lernen von Fakten ist im humanistischen Gymnasium, auf 8 Jahre konzentriert, mehr die Fähigkeit zum inhaltlich orientierten kreativen Denken, Schreiben und Reden auszubilden. Dazu dient auch die Nutzung der Psychologie. Die heute vielfach geforderte Kompetenz zur Lösung neuer Probleme kann am besten durch die humanistische Bildung erlangt werden.

 

D. Möglichkeiten zur Förderung humanistischer gymnasialer Bildung

Der Bund der Albertiner will die folgenden Möglichkeiten zur Förderung humanistischer gymnasialer Bildung in Leipzig wahrnehmen:

(1) Traditionspflege zur Bewahrung des Wertes humanistischer Bildung. Archivierung und Aufbereitung des Schriftgutes des ehemaligen König-Albert-Gymnasiums zur Nutzung seiner Erfahrungen. Erarbeitung einer Chronik des König-Albert-Gymnasiums zu dem gleichen Zweck.

(2) Kontaktaufnahme zu wissenschaftlich und praktisch für eine humanistische Bildung tätigen Lehrkräften und Unterstützung ihrer bildungspolitischen Bemühungen. Beteiligung an Beratungen und Publikationen zu diesen Themen.

(3) Kontakt mit geeigneten Gymnasien in Leipzig zur Unterstützung ihrer Bemühungen um humanistische Bildung.

(4) Motivierung und Würdigung kreativer Leistungen und Projektarbeiten von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten zu Themen humanistischer Bildung durch Auszeichnungen und Belobigungen  (jährlich).

(5) Unterstützung solcher Leistungen sowie des Studiums einschlägiger Fächer durch Finanzierung der Literaturbeschaffung und anderer Kosten, evtl. Ermöglichung von Bildungsreisen, aus Erlösen der Stiftung.

(6) Unterstützung der inhaltlichen Gestaltung und Bereicherung der Lehrstoffe, besonders Philosophie und Latein, durch erfahrene Mitglieder unseres Bundes.

(7) Bildung einer Interessengemeinschaft von alten und jungen Albertinern Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern für das Lehrgebiet Philosophie, Religion, Ethik.

(8) Werbung geeigneter Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler für Gymnasien mit humanistischer Prägung.

Materialien:

  • Gottfried Böhme (Hg.). Bildungsfeinde - Einheit auf Irrwegen - Schule in Ost und West 
  • Heike Schmoll: Latein und Griechisch als Grundlage der europäischen Identität. FAZ vom 02.03.2000. (Kopien beim Vorstand)
     
  • Hansjürgen Knoche (Abiturjg. 1948): Christlicher Humanismus: Aufgabe und Hoffnung, 1999 (mit weitreichender Literaturauswertung). (Kopien beim Vorstand)
 
 
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