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König Albert von Sachsen
Geschrieben von Hartmut Krüger - Stv. Vorsitzender   

geboren: 23.04.1828 Dresden; gestorben: 19.06.1902 Sibyllenort (Szczodre)

Albert wurde am 23. April 1828 als erster Sohn des späteren sächsischen Königs Johann (1801-1873) in Dresden geboren.

Als Großneffe des regierenden Königs Anton (1755-1836), kam er für die Thronfolge allenfalls theoretisch in Frage. Demzufolge konzentrierte sich seine Ausbildung vor allem auf militärische und nicht wie für Thronfolger üblich, auf staatswissenschaftliche oder juristische Belange.

Seine zivile Ausbildung übernahm von 1835-1845 der ehemalige Leipziger Professor Friedrich August von Langenn. Nach seiner Reifeprüfung besuchte Albert im Jahre 1847 für nur vier Monate die Universität Bonn.

Seine militärische Ausbildung begann bereits sehr früh. Ab seinem elften Lebensjahr musste er regelmäßig an Manövern teilnehmen, um sich an das Soldatenleben zu gewöhnen. Schon als 15jähriger wurde er zum Leutnant ernannt und mit 20 befehligte er bereits als Hauptmann eine Kompanie.

Am 18. Juni 1853 heiratete Albert Carola von Wasa (1833-1907), eine Prinzessin aus dem 1809 gestürzten schwedischen Königshaus der Wasa. Die Ehe blieb kinderlos. Carola erlangte vor allem durch ihr soziales Engagement eine große Popularität, welches ihr den Beinamen "Mutter der Armen" einbrachte.

Alberts militärische Karriere nahm indessen einen steilen Verlauf:

Im April 1849 war er als Hauptmann der Artillerie an der Erstürmung der Düppeler Schanzen im Deutsch-Dänischen Krieg beteiligt. 1851 wurde er Generalmajor. 1857 erfolgte die Ernennung zum Generalleutnant. Schließlich erhielt er am 20. Mai 1866 den Oberbefehl über die sächsischen Truppen.

Im Deutschen Krieg 1866, an dem Sachsen auf österreichischer Seite teilnahm, kommandierte Albert die sächsische Armee in der entscheidenden Schlacht bei Königgrätz. Nach der Niederlage wurde die sächsische Armee durch Albert reorganisiert und der von Preußen befehligten Armee des Norddeutschen Bundes eingegliedert.

Im Deutsch-Französischen Krieg errang Albert bei der Schlacht von Gravelotte-St. Privat einen wichtigen Sieg und wurde daraufhin zum Heerführer der IV. Armee ernannt. Dieser Sieg brachte Albert unter seinen Zeitgenossen den Ruf eines brillanten Heerführers ein.

Bei der Ausrufung des deutschen Kaiserreiches in Versailles vertrat Albert gemeinsam mit seinem Bruder Georg das Königreich Sachsen.

Am 11. Juli 1871 wurde er schließlich durch Kaiser Wilhelm I. (1797-1888) als erster Sachse zum Generalfeldmarschall und Generalinspekteur der Truppen des deutschen Kaiserreiches ernannt.

Nach dem Tod seines Vaters wurde Albert am 29. Oktober 1873 sächsischer König.

Während seiner Regierungszeit trieb Albert die Industrialisierung Sachsens voran und führte umfangreiche Reformen der Verwaltung durch.

So wurde 1873/74 ein neues Volksschulgesetz erlassen, welches den Erfordernissen des Industriezeitalters angepasste Lehrpläne und eine Fortbildungspflicht für Jungen bis 17 Jahre einführte, sowie die Zahl der Gymnasien erhöhte. Weiter wurde das Gerichtswesen reformiert und den Ansprüchen der neuen Reichsjustizgesetze angepasst.

Während der Regierungszeit Alberts entstanden einige der bedeutendsten sächsischen Bauten, wie z.B. die Semperoper, das Blaue Wunder und das Albertinum in Dresden, sowie das Reichsgerichtsgebäude in Leipzig.

Am 19. Juni 1902 starb Albert auf seinem Schloss Sibyllenort (heute: Szczodre (Polen)). Seine Nachfolge trat sein Bruder Georg (1832-1904) an.

Kronprinz Albert, 1866
Kronprinz Albert, 1866


Kronprinzessin Carola
Kronprinzessin Carola


Kronprinz Albert
Kronprinz Albert


König Albert
König Albert


Königshaus, 1898
Königshaus, 1898


Albert und Carola, Postkarte
Albert und Carola, Postkarte

 

Diese Kurzbiographie wurde aus verschiedenen Quellen zusammengestellt von Hartmut Krüger. Sie legt keinen Wert auf Vollständigkeit; alle Angaben sind ohne Gewähr auf Ihre Richtigkeit gemacht. Offensichtliche Fehler oder sonstige Unstimmigkeiten können Sie uns bitte per E-Mail mitteilen

 
 
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